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"Internet-Interpol ist nötig" |
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Geschrieben von Sjoeii
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Monday, 17. December 2007 |
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Die Tage des anonymen Surfens im Internet sind nach Einschätzung des russischen
Sicherheitssoftwarespezialisten Eugene Kaspersky gezählt. Für Nationen werde es
aus Sicherheitsgründen immer wichtiger, die anarchistischen Strukturen in den
Griff zu bekommen.
"Früher oder später wird es keine anonymen Nutzer im Netz mehr geben", sagte der
Chef des russischen Antiviren-Software-Herstellers Kaspersky Lab Eugene
Kaspersky. Schon heute existiere eine Privatsphäre im Netz eigentlich nicht
mehr. "Wenn die Polizei es wirklich will, erfährt sie auch, wer hinter einer
Aktion steckt." Bei der rasant wachsenden Internet-Kriminalität komme es bei der
Bekämpfung aber auch immer mehr auf eine internationale Zusammenarbeit an.
Erforderlich wäre dafür eine Art Internet-Interpol, so der
Sicherheitsspezialist. Alle Netzwerke eines Landes wie Straßennetze, Strom- oder
Kommunikationsleitungen gelten in der Regel als sensible Infrastruktur und
würden reguliert. "Nur das Internet ist noch anarchisch", sagt Kaspersky. Dass
die Sicherheit des Datenverkehrs auch in der Verantwortung der jeweiligen
Regierungen liege, zeige zudem der jüngste Trend zu politisch motivierten
Angriffen. So sei zuletzt mit massiven Attacken auf Internetseiten aus Estland
der dortige Datenverkehr lahmgelegt worden. Und mit gezielten Angriffen über
Netzwerke (Peer to Peer) sei ein Kollaps des lokalen Internets in zwei
russischen Städten verursacht worden. Die Sicherheit des Datenverkehrs entwickle
sich zunehmend zur Sache der Regierungen, sagt Kaspersky. In Europa, den USA und
Russland sei dafür bereits ein Bewusstsein entstanden. Für eine erfolgreiche
Bekämpfung der immer gerisseneren Internet-Angriffe sind nach Meinung von
Kaspersky neben einer Internet-Interpol für die Länder übergreifende
Strafverfolgung auch ein Internet-Führerschein nötig. "Stellen Sie sich vor, ein
Auto fährt auf den Straßen mit abgedunkelten Scheiben, ohne zugelassene Reifen
und ohne jegliches Kennzeichen." Im Straßenverkehr sei so etwas undenkbar, im
Internet aber nach wie vor Realität. Netz-Nutzer bräuchten deshalb eine Art
eindeutiger Identifikation, die sie bei allen Aktionen im Netz ausweist. Während
noch vor ein paar Jahren meist junge Leute zur Selbstbestätigung Computerviren
programmiert haben, werden heutige Schadcodes meist nur noch aus krimineller
Absicht verbreitet. Zur Programmierung stünden immer mehr Werkzeuge zur
Verfügung. Selbst der Handel mit diesen Werkzeugen inklusive Service-Angeboten
ist zu einem offenen und lukrativen Geschäft geworden. Die Bekämpfung werde
derzeit auch dadurch erschwert, dass immer mehr Varianten eines Schadcodes
existieren. So werden die in Umlauf gebrachten Spionage-Programme wie etwa
Spyware, Trojanische Pferde so programmiert, dass sie sich laufend verändern und
dadurch eine Identifizierung erschweren.
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Letzte Aktualisierung ( Monday, 17. December 2007 )
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