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Experten von Kaspersky Lab stießen im
zurückliegenden Vierteljahr bei der Analyse des Verschlüsselungs-Trojaners
Gpcode.ai auf interessante Parallelen zwischen einer Vielzahl von
Schadprogrammen. Der Trojaner basiert auf einer Art "Universalcode",
der in verschiedenen Varianten in Trojan-Downloaders, Trojan-Spys und
Backdoors vorkommt.
Bei der Analyse von Gpcode.ai konzentrierte sich Kaspersky
auf mehrere Indizien, darunter den im Trojaner-Body enthaltenen String
_SYSTEM_64AD0625_, mit dem Gpcode seine Anwesenheit im Arbeitsspeicher
markiert. Als die Experten ihre umfangreiche Virenkollektion nach dieser
Zeile durchsuchten, war das Ergebnis mehr als überraschend: Sie tauchte in
den unterschiedlichsten trojanischen Schadprogrammen auf, zu denen
beispielsweise die Klassen Trojan-Downloader, Trojan-Spys und Backdoors
gehören. Die Stichproben hatten jedoch noch mehr Gemeinsamkeiten. So
installieren sie zahlreiche Dateien, modifizieren Windows-Ordner und stimmen
auch zu mehr als 80 Prozent im Programmcode überein.
Die Antiviren-Experten waren damit auf eine Art "Universalcode"
gestoßen, der sich vielseitig einsetzen lässt. Seine Funktionen eignen sich
unter anderem für Datendiebstahl und zum Malware-Download auf bereits
infizierte Rechner. Mit dem "Universalcode" ausgestattete Programme
können aber auch als Bots fungieren und infizierte Computer an Zombie-Netze
anschließen.
Im nächsten Schritt analysierte das Unternehmen die im
Universalcode enthaltenen Links anhand zahlreicher aktueller
Malware-Versionen. Wie die Recherchen ergaben, besteht zwischen Schädlingen
wie Zhelatin, Warezov, Bancos.aam, Bzub und Gpcode.ai eine Verbindung. Nun
galt es, den Programmierer des "Universalcodes" zu enttarnen und
herauszufinden, ob sämtliche damit erstellte Malware auf das Konto ein und
derselben Hacker-Gruppe geht.
Mit ZeuS war der Urheber der Schädlinge bald gefunden. Die
Malware installiert sich selbsttätig auf einem System, infiltriert laufende
Prozesse, widersteht verschiedenen Antivirus-Programmen und bietet einen
http-Proxy-Server. Alle ZeuS-Varianten verewigen sich auf befallenen Systemen
mit dem String _SYSTEM_. Sämtliche Versionen der Malware fasste Kaspersky
daraufhin zu einer eigenständigen Familie namens Zbot zusammen.
Alle
ZeuS-Varianten können auf vielfältige und teilweise recht originelle
Weise beliebige Informationen stehlen. Es handelt sich also tatsächlich
um einen "universellen" Code, dessen Flexibilität ihn besonders
gefährlich macht. Ebenso wie auch bei Gpcode.ai lässt sich jede neue
Ausgabe mit einer völlig anderen Funktionalität ausstatten. Wie beliebt
der Schädling damit in der russischen Cyberkriminellen-Szene war, zeigt
die Anzahl der Botnetze, die auf seine Technik setzte. Diese basierte
dabei auf der Kombination aus Zupacha und ZeuS mit Zunker als
Steuer-zentrale. Eines der größten Zunker-Botnetze umfasste mehr als
106.000 Rechner und wuchs täglich um mehr als 1500 Maschinen, bevor es
entdeckt wurde. Die rasante Verbreitung von Zupacha resultiert auch aus
seiner einfachen Konfiguration.
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