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Zahl der entdeckten Schädlinge explodiert |
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Geschrieben von Sjoeii
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Tuesday, 15. January 2008 |
Die Virenexperten von AV-Test
haben eine Statistik über die von ihnen gesammelten Schädlinge
veröffentlicht. Erschreckendes Ergebnis: Die Zahl wächst rasant an, im
vergangenen Jahr haben sie mehr als fünfmal so viele Schädlinge wie im
Jahr 2006 gefunden – fast fünfeinhalb Millionen Stück.
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Die Zahl der gefundenen Schädlinge wächst rasant an (Graph ist logarithmisch skaliert). |
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Laut Andreas Marx von AV-Test haben die Spezialisten sämtliche
unterschiedliche Dateien gezählt, bei denen sich der Fingerabdruck
(MD5-Hash) von den anderen Funden unterscheidet. Dazu zählen auch
Schädlinge, die mit einem anderen Laufzeitpacker gepackt oder anders
verschlüsselt wurden. Ab 2004 scheint das Wachstum zu explodieren:
| Jahr | Entdeckte Schädlinge |
| 2008 |
117480 (nur die ersten 7 Tage) |
| 2007 |
5490960 |
| 2006 |
972606 |
| 2005 |
333425 |
| 2004 |
142321 |
| 2003 |
178825 |
| 2002 |
199049 |
| 2001 |
155528 |
| 2000 |
176329 |
| 1999 |
98428 |
| 1998 |
177615 |
| 1997 |
137716 |
| 1996 |
36816 |
| 1995 |
15988 |
| 1994 |
28613 |
| 1993 |
12287 |
| 1992 |
36822 |
| 1991 |
18384 |
| 1990 |
9044 |
| 1989 |
2604 |
| 1988 |
1738 |
| 1987 |
1389 |
| 1986 |
910 |
| 1985 |
564 |
Die Zahlen verdeutlichen, dass der signaturbasierte Ansatz aktueller
Virenscanner nicht mehr zeitgemäß ist. Eugene Kaspersky orakelte
vergangenes Jahr zur CeBIT bereits angesichts solcher Zahlen, dass die
Antivirenhersteller den Kampf gegen die Virenbastler verlieren könnten.
Die Antivirenhersteller versuchen zwar, mit generischen Erkennungen
anhand einer Signatur gleich eine Vielzahl von Varianten von
Schädlingen zu erkennen, doch die Erstellung solcher generischen
Signaturen geschieht durch Programmierer, kostet Zeit und ist
fehleranfällig – avast und Gdata hatten heute mit einem Fehlalarm bei einer wichtigen Systemdatei durch so eine Signatur zu kämpfen.
Als Lösungsansatz kommen sogenannte Behavioral Blocker infrage, die
die auf dem System laufende Software überwachen und deren Verhalten
analysieren und bewerten. Häufen sich verdächtige Verhaltensweisen,
beispielsweise das Verankern einer neu angelegten Datei als Autostart,
Mitprotokollieren von Tastaturanschlägen sowie der Aufbau von
Verbindungen mit IRC-Servern, können die bewerteten Verhaltensweisen
einen Schwellwert überschreiten, bei dem der Behavioral Blocker Alarm
schlägt und das potenziell gefährliche Programm stoppen und die
vorgenommenen Änderungen rückgängig machen kann.
Im letzten c't-Virenscannertest (c't 1/08)
enthielten nur wenige Antivirenlösungen bereits einen Behavioral
Blocker. Zahlreiche Hersteller arbeiten inzwischen an entsprechenden
Erweiterungen für ihre Antivirensoftware.
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