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Hacker-Wettbewerb stellt Antiviren-Software bloß |
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Geschrieben von Sjoeii
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Friday, 2. May 2008 |
Auf schnellstmöglichem Weg bekannte Viren so zu modifizieren, dass sie
an der Signatur-Erkennung von Virenscannern vorbeigeschleust werden
können - das ist das Ziel beim Wettbewerb "The Race to Zero" http://www.racetozero.net. Er wird auf der im August in Las Vegas stattfindenden Hacker-Konferenz DEF CON 16 https://www.defcon.org
ausgetragen. Die Veranstalter wollen mit dem Wettbewerb unter anderem
aufzeigen, wie leicht und schnell Signatur-basierte Antiviren-Lösungen
ausgetrickst werden können. "Signatur-basierte Virusbekämpfung ist
tot", so eine Kernaussage. Diese Erkenntnis ist für die
Antiviren-Branche allerdings nicht mehr neu, proaktive Techniken sind
bereits verbreitet.
Die Veranstalter wollen mit dem Wettbewerb Botschaften wie "Reverse
Engineering und Code-Analyse machen Spaß" transportieren. In mehreren
Runden immer komplexer werdender Aufgaben sollen die Teilnehmer
Malware-Samples so verschleiern, dass sie von einer Reihe von
Antiviren-Tools nicht mehr erkannt werden. Gewinner einer Runde ist
dabei das Individuum oder Team, das als erstes alle Schutzlösungen
austrickst. Neben einem Gesamtsieger sollen noch weitere Gewinner
gekürt werden, etwa für besonders elegante Verschleierung oder den
"schmutzigsten Hack". Dabei wollen die Veranstalter auch aufzeigen,
welche Antiviren-Lösungen bei dem Wettbewerb besonders schlechte
Leistungen erbringen. "Der Vergleich der Qualität von unterschiedlicher
Antivirus-Software bietet den Usern sicherlich Vorteile, dafür ist aber
ein Hacker-Contest nicht zwingend notwendig", kommentiert der
Antivirenspezialist Martin Penzes von Sicontact http://sicontact.at, gegenüber pressetext.
Der
Wettbewerb will den Beweis antreten, dass Signatur-basierte
Erkennungsmethoden bei Antivirenlösungen nicht mehr ausreichen. "Diese
Meinung vertritt auch ESET, deren Sicherheitsprodukte wir vertreiben.
Die Zukunft der Virenerkennung ist die Heuristik", meint Penzes. "Die
Signaturen können nicht mehr bewältigen, was derzeit an Malware
auftaucht", bestätigt Guido Habicht, Geschäftsführer bei AV-Test http://av-test.org
, gegenüber pressetext. Diese Erkenntnis hat sich in der Branche
bereits weitgehend durchgesetzt. "Noch gibt es einige wenige rein
Signatur-basierte Systeme", so Habicht. Alle großen Hersteller wie etwa
Symantec oder Kaspersky würden in ihren Produkten aber bereits
"Behavioral Detection" nutzen, die unbekannte Malware durch ihr
Verhalten als schädlich erkennt. Penzes betont, dass auch ESET
proaktive Erkennungstechnologie nutzt. " Unter anderem wird
ausführbarer Code in einer sicheren Emulationsumgebung analysiert, um
auch ausgefeiltes böswilliges Verhalten zu erkennen und zu verhindern",
beschreibt er.
Die Veranstalter betonen, dass keine neuen Viren
erschaffen werden. Auch sollen modifizierte Samples nicht "into the
wild", also ins World Wide Web, freigesetzt werden. Allerdings ist auch
nicht vorgesehen, dass für die Mutation von Viren genutzte Techniken
ohne Erlaubnis der Teilnehmer and Antiviren-Hersteller weitergegeben
werden. "Race to Zeros Webseite verlinkt zu bekannten
Virus-Exchange-Seiten und suggeriert, dass Interessenten 'ihre
Fähigkeiten verbessern' sollen, indem sie mit Malware von diesen Seiten
üben. Das Risiko, dass Amateure Fehler machen und bösartigen Code 'into
the wild' freisetzen, ist beunruhigend hoch", warnt allerdings Graham
Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos, gegenüber dem
britischen IT-Medium The Register.
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Letzte Aktualisierung ( Friday, 2. May 2008 )
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