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Kaspersky ruft zum Schlüsselknacken auf |
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Geschrieben von Sjoeii
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Monday, 16. June 2008 |
Hilfe gesucht gegen Virus, der Dateien auf der Festplatte verschlüsselt
Kaspersky hat Unternehmen, Forscher und Institutionen auf
der ganzen Welt aufgerufen, beim Knacken eines RSA-Schlüssels zu
helfen. Dieser gehört zu einem Virus, mit dem Computernutzer erpresst
werden.
Vor einigen Tagen hat Kaspersky vor einem heimtückischen Computervirus mit dem Namen Virus.Win32.Gpcode.ak
gewarnt. Dieser Virus verschlüsselt eine Reihe von Dokumenttypen,
darunter Texte (.doc und .txt), Bilder (.jpg und .png), Excel- und
PDF-Dateien mit einem 1.024-Bit-RSA-Algorithmus. Um wieder an ihre
Dateien heranzukommen, brauchen die Nutzer eine
Entschlüsselungssoftware, die sie von den Erpressern kaufen können.
Kaspersky rät Nutzern davon ab, auf die Erpressung einzugehen.
Stattdessen hat das Softwareunternehmen angekündigt, den Schlüssel
knacken zu wollen. Einen 1.024-Bit-Schlüssel zu knacken, sei eine "große kryptographische Aufgabe",
mit der 15 Millionen moderne Computer schätzungsweise ein Jahr
beschäftigt seien. Da Kaspersky selbst jedoch nicht über solche
Hardwareressourcen verfügt, hat das Unternehmen
Verschlüsselungsspezialisten, Forschungseinrichtungen, Behörden und
Hersteller von Antivirensoftware auf der ganzen Welt zur Mithilfe aufgerufen.
Kaspersky hat ein Forum
eingerichtet, wo die Interessenten sich über das Projekt austauschen
können. Sehr optimistisch sind diese jedoch nicht. Er sehe wenig Sinn
in der Aktion, schreibt beispielsweise ein Nutzer namens Saso. Gute
Verschlüsselung sei sicher, weil zwar bekannt sei, wie man sie knacken
könne, das aber in angemessener Zeit nicht möglich sei. Selbst mit
einem leistungsfähigen Grid wie BOINC werde es das fünf Jahre dauern, schätzt ein anderer.
Kaspersky selbst engagiert sich nicht besonders. Zwar hat das
Unternehmen die beiden genutzten Schlüssel veröffentlicht, weitere
Maßnahmen will das Unternehmen aber offensichtlich nicht ergreifen, zum
Beispiel ein Programm bereitzustellen, das hilfsbereite Nutzer auf
ihren Rechnern installieren können. Stattdessen schreibt Kaspersky in
seinem Aufruf, ein solches Programm "wäre eine große Hilfe bei der Faktorisierung".
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